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Dominic

MrGay Switzerland 2010

Interview mit Dominic Hunziker

Kannst du dich kurz vorstellen?

Ich bin 25, studiere Architektur in Luzern und komme aus Moosleerau, ein kleines Dorf im schönen Kanton Aargau. Mein Freund Thomas wohnt in Zürich, dadurch verbringe ich die Wochenenden meist dort, fühle mich auch sehr wohl in der Stadt. In meiner Freizeit gehe ich gerne an Partys tanzen, ins Kino, an den See oder die Limmat, bin aber auch gerne mal gemütlich zu Hause mit Freunden. Musik ist meine Leidenschaft, ich singe meine eigenen Lieder und spiele Klavier.

Wie war dein Coming-out?

Mein Coming out war mit 21. Ich brauchte sehr lange, bis ich es mir eingestehen konnte schwul zu sein, es allen anderen zu sagen war dann nicht mehr so schwierig. Meinen Eltern, die in den Ferien waren, schickte ich eine SMS. Ich fragte sie, ob sie ein Problem damit hätten später mal anstatt einer Schwiegertochter einen Schwiegersohn zu haben. Sie nahem es sehr gut auf und ich glaube sie sind sehr zufrieden mit ihrem Schwiegersohn in spe.

Was bedeutet dir der Titel und würdest du dich nochmals anmelden?

Ich bin froh, habe ich mich angemeldet, bereue es also nicht. Schon während den Vorbereitungen konnten wir feststellen, dass wir etwas bewirken können. Ein junger Mann schrieb mir, dass er sich wegen meinem Bericht auf Tele M1 endlich bei seiner Mutter outen konnte. Während meinem Outing war ich froh, dass mich Freunde dabei begleiteten. Da ich nun 100% zu mir stehen kann, bedeutet es mir viel, anderen diese Gedanken und Erfahrungen auch weiter zu geben.

Unter den anderen Kandidaten wurdest du als sehr zielstrebig und fast etwas zu ehrgeizig angesehen, bist du in allem so kämpferisch?

Ich bin kein Freund von halben Sachen. Wenn ich etwas anpacke tu ich dies mit vollem Einsatz. Der Verlust meines grösseren Bruders vor rund 10 Jahren hat mir gezeigt, dass das Leben schneller vorbei sein kann, als man immer denkt. Darum schiebe ich meine Träume nicht in die Zukunft, sondern versuche sie auch im heute schon zu verwirklichen.

Wie hat dein Umfeld auf deinen Titel reagiert? Wie reagierten die Leute aus Moosleerau deinem Heimatdorf?

Ich war überrascht wie viele Leute mich während der Wahl unterstützten. So ist es nun etwas weniger überraschend, dass sie auch voll hinter mir stehen. Glaube auf dem Land ist das Zusammengehörigkeitsgefühl auch etwas stärker als in einer Stadt.

Du bist schön, machst Sport, spielst Musik, hast eine lange Beziehung, du wirkst wie das perfekte Vorbild. Hat der schönste schwule Schweizer auch irgendwelche Schwächen?

Dass ich der schönste schwule Schweizer bin bezweifle ich schon mal, Aussehen ist etwas sehr subjektives, es gibt sehr viele Jungs, die mir besser gefallen als ich mir gefalle. Klar hat auch der MrGay schwächen, ich habe eine spitze Zunge, sage also gerne offen was ich denke. Es gibt Leute die damit nicht klar kommen, was schade ist. Möchte mich deswegen aber nicht verstellen. Weiter mache ich gerne Sport, brauche aber manchmal recht Überwindung bis ich die Turnschuh wieder anziehe.

 

Gibt es etwas, das besonders „schwul“ ist an dir?

Bestimmt gibt es einige Klischees, die auch ich erfülle. Fussball gefällt mir eigentlich nur, wenn es regnet und die Spieler weisse Trikots tragen. Auch mag ich Bier nicht. Meine Freunde sagen, ich hätte einen etwas schwulen Hüftschwung.

Was sind deine Ziele und Pläne in deinem Amtsjahr?

Das Hauptziel für mich ist es anderen Schwulen und Lesben, egal welchen Alters, Mut zu machen zu sich zu stehen. Es ist schade, dass die Leute durch die Medien ein sehr klischeehaftes Bild von uns Schwulen haben. Als MrGay möchte ich zeigen, dass nicht alle Schwulen bunte Paradiesvögel sind. Auch der freundliche Nachbar von nebenan kann homosexuell sein und das ist gut so. Anlässe auf die ich mich schon freue sind sicher mal die Pride in Zürich vom 03.-06. Juni. Auch bin ich gespannt, was in Sachen Musik noch weiter geht.

Ricco Müller war MrGay Schweiz und auch Internationale MrGay, wie ist es, sein Nachfolger zu sein?

Ich bin sehr stolz Riccos Nachfolger zu sein. Er hat viel erreicht in seinem Amtsjahr, dies spornt mich an noch mehr Gas zu geben.

Möchtest du abschliessend noch etwas mitteilen?

Du musst nicht MrGay sein um etwas bewirken zu können. Versteck dich nicht, steht zu dem was du bist. Am meisten erreichen wir, wenn wir den Leuten vorleben, dass es ganz normal ist, ein bisschen anders zu sein.
 

 

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Alliance Award


 

Am Grand Finale der MrGay Schweiz Suisse Svizzera Wahlen 2011 wird erneut neben dem Titel MrGay der MrGay Alliance Award verliehen.

Im Jahr 2010 ging der Award an die Zürcher Kantonalbank ZKB für Ihre speziell für Gays entwickelten Beratungsangebote, Informationsveranstaltungen und eine völlig normale Kampagne, welche Gays nicht als komische Randgruppe sondern als Zielgruppe wie Golfer oder Kulturinteressierte anspricht.

Nominiert waren 2010 sieben Firmen und Organisationen, darunter ein Betrieb der öffentlichen Hand, zwei IT Konzerne und zwei Namen aus der Tourismusbranche.

Die MrGay Alliance setzt sich aus Opinionleadern und Businessleuten, aus Medienvertretern und Gönnern von MrGay zusammen.

Dieses hochqualifizierte Gremium verleiht den MrGay Alliance Award an eine Person, Firma oder Organisation, die sich gleichermassen wie der MrGay selber für Gays und dafür eingesetzt hat, dass schwul sein als so normal und alltäglich angesehen wird, wie es das auch ist.

Der MrGay Alliance Award wird am MrGay Schweiz Suisse Swizzera 2011 Grand Finale dem Sieger als Nachfolger der ZKB überreicht.

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